Gemini-Training mit Ihren Daten deaktivieren

Standardmäßig verwendet Google Ihre Gemini-Unterhaltungen, um seine KI zu verbessern, und ein Teil davon wird von geschulten menschlichen Prüfern gelesen. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das abschalten, und ordnet ein, was das Opt-out leistet und was nicht.

Worum es geht

Bei privaten Google-Konten ist die Einstellung „Aktivitäten speichern" (Keep Activity) für die Gemini-Apps standardmäßig aktiviert: Ihre Unterhaltungen landen im Aktivitätsverlauf, können für das Training künftiger Modelle verwendet werden, und Stichproben werden von menschlichen Prüfern gelesen und bewertet. Chats, die einmal in die menschliche Prüfung gelangt sind, speichert Google bis zu drei Jahre, und zwar auch dann, wenn Sie Ihren Aktivitätsverlauf löschen. Wer sensible oder personenbezogene Daten eingibt, sollte darüber bewusst entscheiden, statt es beim Standard zu belassen.

Schritt 1: „Aktivitäten speichern" deaktivieren

  1. Öffnen Sie die Aktivitätsseite der Gemini-Apps: in Gemini über Aktivität oder direkt unter myactivity.google.com/product/gemini.
  2. Klicken Sie oben auf die Karte „Aktivitäten speichern" und schalten Sie die Option aus.

Ab dann werden neue Unterhaltungen nicht mehr in Ihrem Verlauf gespeichert und nicht mehr für die Verbesserung der Modelle oder die menschliche Prüfung herangezogen. Beachten Sie: Google hält neue Chats trotzdem bis zu 72 Stunden vor, um den Dienst bereitzustellen und Missbrauch zu verhindern. Und was bereits in der Prüf-Pipeline liegt, bleibt dort.

Schritt 2: Bereits gespeicherte Aktivitäten löschen

Auf derselben Aktivitätsseite können Sie vorhandene Einträge löschen, einzeln oder nach Zeitraum, und eine automatische Löschung einrichten. Wichtig einzuordnen: Das entfernt die Einträge aus Ihrem Verlauf. Chats, die zuvor von menschlichen Prüfern gesichtet wurden, werden davon nicht erfasst und bleiben bis zu drei Jahre gespeichert.

Schritt 3: Temporäre Chats für besonders sensible Gespräche

Zusätzlich können Sie einzelne Gespräche als temporären Chat führen. Temporäre Chats erscheinen nicht im Aktivitätsverlauf, personalisieren nicht Ihr Konto und werden nicht für das Training verwendet; Google hält sie nur bis zu 72 Stunden vor.

Workspace-, Schul- und Unternehmenskonten

Für Google-Workspace-Konten (Unternehmen und Bildungseinrichtungen) gelten eigene Regeln: Dort verwaltet die Organisation die Einstellungen, und Inhalte werden standardmäßig nicht zum Training von Modellen außerhalb der eigenen Organisation verwendet. Wer Gemini beruflich nutzt, hat mit einem solchen Konto deshalb die robustere Grundlage als mit einem privaten Google-Konto.

Warum das für EU-Nutzer relevant ist (DSGVO)

Eingaben in Gemini enthalten schnell personenbezogene Daten: Namen, Kontaktdaten, Kunden- und Vertragsdetails. Sobald solche Daten in das Training eines KI-Modells einfließen oder von Prüfern gelesen werden, lassen sie sich praktisch nicht mehr gezielt zurückholen. Das steht in Spannung zu zentralen DSGVO-Grundsätzen wie der Datenminimierung (Art. 5 DSGVO) und dem Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO). Und wer im beruflichen Kontext Daten Dritter eingibt, etwa von Kunden oder Mitarbeitern, bleibt dafür datenschutzrechtlich verantwortlich. Das Trainings-Opt-out ist deshalb ein sinnvoller erster Schritt.

Was das Opt-out nicht leistet

Wichtig einzuordnen: Das Opt-out verhindert nur Training und Prüfung. Ihre Eingaben werden weiterhin an Google übertragen und dort gemäß der Google-Datenschutzerklärung verarbeitet und zeitweise gespeichert. Personenbezogene Daten, die Sie eingeben, verlassen also trotzdem Ihren Verantwortungsbereich.

Genau davor setzt AEGIS an: Die Browser-Erweiterung erkennt personenbezogene Daten und pseudonymisiert sie, bevor sie Gemini, ChatGPT oder Claude erreichen. Trainings-Opt-out und Pseudonymisierung ergänzen sich also. Wie das aussieht, zeigt die interaktive AEGIS-Demo.

Stand: Juli 2026. Die Bezeichnungen in der Gemini-Oberfläche können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Angaben im Gemini-Apps-Datenschutzhub.

Weitere Opt-out-Anleitungen

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