ChatGPT-Training mit Ihren Daten deaktivieren

Standardmäßig darf OpenAI Ihre ChatGPT-Unterhaltungen verwenden, um seine Modelle zu trainieren. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie das verhindern, und ordnet ein, was das Opt-out leistet und was nicht.

Worum es geht

In den Privatkonten von ChatGPT (Free, Plus und Pro) ist das Modelltraining mit Ihren Inhalten standardmäßig aktiviert: Ihre Eingaben und die Antworten können verwendet werden, um künftige Modelle zu verbessern. Wer sensible oder personenbezogene Daten eingibt, sollte darüber bewusst entscheiden, statt es beim Standard zu belassen.

Schritt 1: Modelltraining in den Einstellungen deaktivieren

  1. Melden Sie sich bei ChatGPT an und öffnen Sie über Ihr Profil die Einstellungen.
  2. Wechseln Sie in den Bereich Datenkontrollen.
  3. Deaktivieren Sie die Option „Das Modell für alle verbessern".

Die Einstellung gilt für Ihr gesamtes Konto, auf allen Geräten. Sie wirkt ab dem Zeitpunkt der Änderung: Neue Unterhaltungen werden nicht mehr für das Training verwendet. Ihr Chatverlauf bleibt dabei erhalten.

Schritt 2: Temporäre Chats für besonders sensible Gespräche

Zusätzlich können Sie einzelne Gespräche als temporären Chat führen. Temporäre Chats erscheinen nicht im Verlauf, legen keine Erinnerungen an und werden nicht für das Training verwendet. Beachten Sie: OpenAI kann eine Kopie aus Sicherheitsgründen bis zu 30 Tage aufbewahren.

Schritt 3: Formales Opt-out über das OpenAI-Datenschutzportal

Unabhängig von der Konto-Einstellung können Sie das Training über das Datenschutzportal von OpenAI formal untersagen: Stellen Sie unter privacy.openai.com eine Anfrage vom Typ „Do not train on my content". Über dasselbe Portal können Sie auch weitere Datenschutzrechte ausüben, etwa Auskunft über Ihre Daten oder deren Löschung verlangen.

Business-, Enterprise- und Edu-Konten

Für ChatGPT Business, Enterprise und Edu sowie für die OpenAI-API gilt: Eingaben und Ausgaben werden standardmäßig nicht für das Training verwendet. Ein separates Opt-out ist dort in der Regel nicht nötig. Wer ChatGPT beruflich nutzt, hat mit einem solchen Plan deshalb die robustere Grundlage als mit einem Privatkonto.

Warum das für EU-Nutzer relevant ist (DSGVO)

Eingaben in ChatGPT enthalten schnell personenbezogene Daten: Namen, Kontaktdaten, Kunden- und Vertragsdetails. Sobald solche Daten in das Training eines KI-Modells einfließen, lassen sie sich praktisch nicht mehr gezielt daraus entfernen. Das steht in Spannung zu zentralen DSGVO-Grundsätzen wie der Datenminimierung (Art. 5 DSGVO) und dem Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO). Und wer im beruflichen Kontext Daten Dritter eingibt, etwa von Kunden oder Mitarbeitern, bleibt dafür datenschutzrechtlich verantwortlich. Das Trainings-Opt-out ist deshalb ein sinnvoller erster Schritt.

Was das Opt-out nicht leistet

Wichtig einzuordnen: Das Opt-out verhindert nur das Training. Ihre Eingaben werden weiterhin an OpenAI übertragen und dort gemäß der OpenAI-Datenschutzrichtlinie verarbeitet und gespeichert. Personenbezogene Daten, die Sie eingeben, verlassen also trotzdem Ihren Verantwortungsbereich.

Genau davor setzt AEGIS an: Die Browser-Erweiterung erkennt personenbezogene Daten und pseudonymisiert sie, bevor sie ChatGPT, Claude oder Gemini erreichen. Trainings-Opt-out und Pseudonymisierung ergänzen sich also. Wie das aussieht, zeigt die interaktive AEGIS-Demo.

Stand: Juli 2026. Die Bezeichnungen in der ChatGPT-Oberfläche können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Angaben in der OpenAI-Hilfe.